RADIGAL - die schwullesbische Fachgruppe der FDP

RADIGAL - die schwullesbische Fachgruppe der FDP
RADIGAL ist die schwullesbische Fachgruppe der FDP. Wir setzen uns für die Interessen von Schwulen und Lesben innerhalb der Partei ein und beraten FDP-Politiker zu diesem Thema.
Mit dem deutlichen JA zum Partnerschaftsgesetz ist ein wichtiger Meilenstein in der Gleichstellung von Homosexuellen erreicht. Die FDP hat mit Ihrer Informations- und Überzeugungsarbeit einen wesentlichen Beitrag zu diesem Erfolg geleistet. Dafür danken wir besonders auch unseren heterosexuellen Mitstreitern, welche sich aufgrund ihrer liberalen Überzeugung stark engagiert haben.
Die Resultate in den einzelnen Kantonen haben aber gezeigt, dass trotz der Abstimmung noch viel Aufklärungsarbeit nötig ist. Wir sind überzeugt, dass der neue Zivilstand einen Beitrag zur Normalität der gleichgeschlechtlichen Lebensweise beitragen kann.
JSVP Wallis bezeichnet Homosexualität als Abartig
Medienmitteilung
(26. Mai 2009)
Am 17. Mai 2009 hat die JSVP Wallis am Tag gegen Homophobie eine Pressemitteilung veröffentlich, in welcher sie die gleichgeschlechtliche Lebensweise als „abartiges Verhalten“ (comportement déviant) bezeichnet. RADIGAL, die schwullesbische Fachgruppe der FDP, kritisiert diese abwertenden Äusserungen aufs Schärfste. Die junge SVP hat auf ihre Art bewiesen, dass es den Tag gegen Homophobie auch heute und auch in der Schweiz immer noch braucht.
Die Pressemitteilung der JSVP Wallis hätte in ihrem Ton und Inhalt abwertender kaum sein können. Bereits die darin verwendete Darstellung des Menschen, der sich zum Affen rückentwickelt, erinnert deutlich an sozialdarwinistische Propaganda früherer Zeiten. Auch die Bezeichnung der Homosexualität als „abartiges Verhalten“ ist eine inakzeptable Äusserung.
RADIGAL, die schwullesbische Fachgruppe der FDP, verurteilt solche Äusserungen aufs Schärfste. Auf eine traurige Weise hat uns die JSVP Wallis gezeigt, dass auch im 21. Jahrhundert in einem zivilisierten Land wie der Schweiz ein Tag gegen Homophobie noch immer nötig ist.
Die FDP setzt sich ein für eine offene und tolerante Schweiz, in welcher jeder seinen Lebensstil so Leben kann wie es ihm gefällt, vorausgesetzt dass er dadurch seinen Mitmenschen nicht schadet. In diesem Sinn wehren wir uns gegen alle Tendenzen die versuchen, sämtlichen Minderheiten den Lebensstil einer Mehrheit aufzuzwingen.
RADIGAL ist der Meinung dass eine solche Toleranz in der Bevölkerung entwickelt werden muss, und nicht vom Staat verordnet werden kann. In diesem Sinne sind wir gegen die strafrechtliche Verfolgung solcher Äusserungen, solange sie nicht zur Gewalt aufrufen. Intolerante Strömungen müssen angeprangert und kritisiert werden, sie polizeilich zu ahnden, kann solches Gedankengut hingegen noch fördern.
Wir sind uns zudem bewusst, dass es sich bei der JSVP Wallis um eine radikalisierte Minderheit handelt, welche mit solchen Äusserungen nicht einmal in der nationalen Partei auf viele Sympathien stossen wird. In diesem Sinne hoffen wir auf eine erfolgreiche Europride 2009 und dass wir in den nächsten Jahren möglichst wenige Fehltritte wie den obengenannten erleben müssen. Dann wird es vielleicht auch eines Tages keinen „Tag gegen Homophobie“ mehr brauchen.